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«Frauen im Bundesrat sind nicht nice-to-have»

Interview mit Bootcamp-Teilnehmerin Jessica Zuber, Geschäftsführerin alliance F

Jessica Zuber (28), ist Geschäftsführerin von alliance F und gibt 400'000 Frauen eine politische Stimme. Im Interview erzählt sie, warum die Schweiz mehr Bundesrätinnen braucht und warum die Weiterbildung Campaign Bootcamp für ihre Kampagne wichtig war. Die Bewerbungsfrist fürs nächste Campaign Bootcamp läuft bis 1. April 2018.

Du engagierst dich für eine stärke Frauenvertretung im Bundesrat.

Jessica Zuber: Unser Ziel ist, dass künftig die gesamte Bevölkerung angemessen im Bundesrat vertreten ist. Neben Regionen und Parteien soll künftig die Frauenvertretung entsprechend berücksichtigt werden. Frauenkandidaturen sind für einen Bundesratssitz nicht mehr «nice-to-have», sondern ein gesellschaftliches «must».

Um Druck zu machen, habt ihr ein eigenes «Fussball-Team» gegründet. Was war die Idee dahinter?

Wir wissen aus der Wirtschaft, dass gemischte Teams besser funktionieren. Die Analogie zum Fussball soll neue Zielgruppen erreichen und klar machen, dass es unterschiedliche Perspektiven im Bundesrat braucht: Nur im Zusammenspiel von Verteidiger und Stürmerinnen gibt’s auch Tore.

Das Parlament euren Forderungen eine Absage erteilt. Kommt jetzt bald eine Volksinitiative?

Warten wir mal ab. In den letzten Monaten haben wir eine breite Allianz im Parlament zusammen gebracht und über hunderte Botschafterinnen und Botschafter gewonnen. Jetzt ist die Debatte genau dort angestossen, wo sie stattfinden muss: in der Bundesversammlung. Schliesslich wählt das Parlament die nächste Bundesrätin.

Du warst bei der letzten Campaign Bootcamp-Weiterbildung dabei. Was hat es dir für diese Kampagne gebracht?

Das Camp war nicht nur Inspiration und Lernstätte für mich, sondern der Startpunkt der Bundesrätinnen-Kampagne. Ausgerüstet mit den Instrumenten, die ich Montag bis Freitag kennengelernt und ausprobiert hatte, lancierte ich am letzten Tag die Petition. Wieder zu Hause machte die Kampagne bereits Schlagzeilen in der Sonntagspresse.

Was hat dir am besten gefallen?

Neben den Einblicken und hilfreichen Praxisbeispielen schätzte ich vor allem den Austausch und die Zusammenarbeit mit den übrigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Diese Kontakte sind unglaublich wichtig für mich, gerade wenn ich eine neue Kampagnen plane.

Wem empfiehlst du Campaign Bootcamp als Weiterbildung?

Ich habe das Bootcamp gesagt allen empfohlen, die mit mir Kampagnen machen. Davon erhoffe ich mir, dass sie bald über dieselben Grundkenntnisse wie ich verfügen (lacht). Im Ernst: Das Bootcamp macht Sinn für Menschen, die sich mit Kommunikationsstrategien beschäftigen. Ich würde die Weiterbildung sofort wieder machen. Gibt es eigentlich ein Bootcamp für Fortgeschrittene?

Ist auf unserer Liste! Vielen Dank Jessica für das Gespräch.

Interview: Daniel Graf

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